Gedanke vom:
23. August 2026
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Ich habe nie verzichtet.
Ich habe nur gewartet, bis die Umstände besser sind.
Wenn mehr Geld da ist. Wenn weniger Angst da ist. Wenn die anderen nicht mehr so viel brauchen. Wenn ich klarer sehe. Wenn die Sache sich lohnt. Wenn ich endlich der Mensch geworden bin, der solche Dinge souverän tun kann.
Das war die Lüge mit dem freundlichen Gesicht. Sie trug keinen Zylinder, sie verkaufte keine Versicherung. Sie saß mit Klemmbrett in meiner Küche und sagte: „Natürlich darfst du leben. Aber bitte erst nach der nächsten vernünftigen Entscheidung.“
So wurde aus Vorsicht ein Möbelstück. Schwer, braun, unerquicklich hässlich. Man stieß sich jeden Morgen daran und nannte es Charakter.
Vielleicht war ich nie zu spät. Vielleicht habe ich nur mein eigenes Leben in die Wartehalle geschickt, mit einer Nummer in der Hand, während ich selbst draußen rauchte und so tat, als hätte ich den Laden im Griff.
Und wenn dann doch etwas klopfte, eine schlechte Idee mit Schimmel am Rand, ein Tier, das Freiheit machte, eine Tür ohne Schild, sagte ich: Später.
Später ist ein sehr höfliches Wort für niemals.
Es riecht nach abgestandenem Kaffee und einem Zimmer, das jahrelang nur Lager war.